Wie gehts eigentlich meinem Lieblingsplattenladen?

OYE Record Store, Berlin, Oderberger Str. 4

Berlin Unlike schreibt:
In the heart of Prenzlauer Berg sits a relatively small, yet overflowing gem of a store filled with thousands of vinyls. The music sold here is as diverse as the clientele—ranging from dubstep to disco to tech-house to Brazilian—which means interesting and new recommendations are always at hand. Come and bump into your favorite DJ digging through the bins and you might just find that Detroit Spinners album you’ve been looking for.

Nachdem ich im letzten Jahr immer wieder an meinem Lieblings Platten Laden mit schlechtem Gewissen (weil ich doch grad nur noch digital kaufe…)  vorbeigeschlichen bin, wollte mal wissen, wie es denn so läuft, mit dem Vinyl-Verkauf.
Und: suprise suprise… ich traute meinen Ohren kaum…. Umsatzsteigerung, und nicht zu knapp. WOW!

Aber der Reihe nach:
Hier geht es um den OYE Record Store, den gibts seit 2002, mitten im  Prenzlauer Berg auf der Oderberger Str. Einem illustren Viertel mit vielen jungen, internationalen Bewohnern und deren Besuchern. Idealerweise gibts hier natürlich auch noch genügend andere Plattenläden, weswegen sich ein Ausflug für “Digger” dorthin auf jeden Fall lohnt.
Anfangs verkaufte OYE Gründer Lovis hier überwiegend neues und gebrauchtes Funk-, Soul-, Brazil-und Latinvinyl, seitdem Tinko mit dabei ist (2004) gibts auch House, (Disco, Mini, Deep, Teck) und seit 2006, als Markus aka Delfonic dazukam erweiterten sie ihr Sortiment noch um HipHop und all die neuen Dance Styles (Mashups, Funky Breaks, Booty, Fidgethouse, Bass, Dubstep, Balti etc..)
Ausserdem nahmen sie sich der neuen Berliner Szene an, die grade mit DJ Shirkhans Exploited Label, D. Haaksmans Man Recordings oder Frontroom / Made to Play eine neue Heimat fanden. Teilweise gibts die Veröffentlichungen dieser Labels auch exklusiv bei OYE und zwar sofort wenn sie aus dem Presswerk kommen.

Die Kundschaft bestand von Anfang an u.a. aus aus dem Umfeld der Jazzanovas und deren SonarKollektiv. Mittlerweile ist der Laden Anlaufpunkt für viele Artists, die mal eben zum Auflegen oder Produzieren in der Stadt sind, Ihre Whitelabels dort lassen oder einfach nur den neuesten heißen Shit kaufen wollen.

So und nun kommt die Frage, wie isses denn mit den Vinylverkäufen, wie erklärt man sich das dort denn in Zeiten von MP3 und Traktor und Scratch, dass der Umsatz nach wie vor stimmt?

Markus: “Klar gibts Genres, die verkaufen erst mal nicht mehr soviel, wenn via Blogs der Markt überschwemmt wird und du innerhalb von wenigen Minuten, dir eine komplette EP  in guter Qualität aus verschiedenen Blogs ziehen kannst. Dann kauft man das erst mal nicht mehr auf Vinyl.  Das wiederum führt dann halt dazu, dass die Künstler bekannt werden und mehr Auftritte bekommen. (360 Modell). Dazu gehört momentan EdBanger, Kitsune etc.. Auf der anderen Seite ist man als kleiner Laden mit einer großen Bandbreite auch so flexibel, einfach schnell auf die Nachfrage zu reagieren. Dann kommt halt mal ne exklusive und gut verpackte Kompilation mit einem virtuellen und haptischen Mehrwert raus, und die geht dann mal eben ein paar Mal mehr über den Tisch.”

Vielfalt als Modell. Hier funktionierts. Nicht zuletzt auch, weil man mittlerweile einfach auch die guten Kontakte zu den Vertrieben ausgebaut hat, viele Direktkontakte ermöglichen einen fairen Einkaufspreis, der direkt an die Kunden weitergegeben wird.
Aber auch die Lables haben gelernt und sich weiterentwickelt. Free Download Codes beim Kauf einer Vinyl liegen mittlerweile vielen Scheiben dabei, auch wenn das mit dem bestehenden Urheberrecht immer noch problematisch ist. (Free Downloads müssen auch via Gema vom Label abgerechnet werden…sick!!) Special Editionen werden rausgebracht, z.B. gibts dann von EdBanger mal ne Picture Disk oder WARP bringt zum 20igsten Labeljubiläum ein sehr aufwändiges Boxset (http://warp.net/records/warp20/warp20-box-set) raus mit diversen 10″es, CD’s mit ungehörten Tracks, ein 192 Seiten dickes, gebundenes Buch mit den Coverbildern der bisher erschienen Alben.

Bei OYE wird mittlerweile der Platz knapp, immer wieder kommen neue Sammlungen dazu, wenn sich mal wieder ein DJ von seinem VinylGold trennt, findet es hier eine neue Heimat. Die Kellerräume werden grade ausgebaut und auch ein Webshop kommt bald an den Start.

Kundenberatung ist ein großes Thema hier, deshalb werd ich auch in Zukunft wieder öfter mal am Samstag nachmittag im Laden sein und ein bischen “rumnerden” (ehem.f. Fachsimpeln), mir schöne Box-Sets kaufen und auf keinen Fall mehr ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mal wieder nur digital shoppen gehe…..

Zur Zukunft von OYE:
Markus: “Momentan reinvestieren wir in den Webshop und den Umbau damit es uns auch in x Jahren noch geben wird! Auch hier gilt das 360 Model, die Inhaber legen alle auf, machen teilweise Musik und/oder jobben. Dazu gibts noch diverse Veranstaltungen auf denen auch gerne mal die Kunden auflegen dürfen.

OYE und Crew im www:

MySpace:  http://www.myspace.de/oye_records
Markus aka Delfonic: http://www.myspace.com/delfonic77
Markus aka Marvin Suggs: http://www.myspace.com/marvinsuggs
Tinko: http://www.myspace.com/djtinko

Auf der Suche nach Pics von OYE bin ich über den Blogpost hier gestolpert. Relativ neu, gibts hier einen guten Überblick über die Record Stores in Berlin

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2 Responses to Wie gehts eigentlich meinem Lieblingsplattenladen?

  1. VLC-Download says:

    Interessante Aufmachung!

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